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Via Sicura: Clever fahren in der Schweiz – so funktioniert es

Via Sicura: Clever fahren in der Schweiz heisst die Regeln kennen

Planen Sie eine Motorradtour in der Schweiz? Oder sind Sie bereits auf den kurvenreichen Strassen und traumhaften Alpenpässen unterwegs? Die Schweiz ist ein Paradies für Motorradfahrer. Die Strassen sind hervorragend, die Landschaften atemberaubend und die Verkehrsregeln werden mit der Präzision einer Schweizer Uhr angewendet – besonders seit der Einführung des Programms Via Sicura.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles, was Sie über Via Sicura und die konkreten Auswirkungen für Motorradfahrer wissen müssen – egal ob Sie Schweizer sind, Grenzgänger oder einfach nur auf der Durchreise. Denn wer informiert ist, fährt entspannt.

Was ist Via Sicura?

Via Sicura ist ein vom Schweizer Parlament am 15. Juni 2012 verabschiedetes Bundesprogramm für die Strassensicherheit. Sein Name – lateinisch für «sicherer Weg» – ist Programm: Ziel ist es, die Zahl der schweren Unfälle auf Schweizer Strassen drastisch zu reduzieren, indem die Sanktionen gegen besonders gefährliches Verhalten verschärft werden.

Konkret hat Via Sicura das SVG (Strassenverkehrsgesetz) und seine Verordnungen tiefgreifend verändert. Die Massnahmen wurden schrittweise zwischen 2013 und 2016 eingeführt und 2023 angepasst. Dieses Programm schuf insbesondere den mittlerweile berüchtigten Rasertatbestand: Ein Begriff, der Motorradfahrer angesichts der Geschwindigkeiten moderner Maschinen direkt betrifft.

Die wichtigsten Daten im Überblick

Via Sicura wurde schrittweise eingeführt. Hier sind die markanten Daten, die Sie als Motorradfahrer betreffen:

1. Januar 2013: Der Startschuss

Das erste Massnahmenpaket tritt in Kraft. Hier wird offiziell der Rasertatbestand mit seinen präzisen Geschwindigkeitsschwellen und strengen Sanktionen geboren. Auch die Beschlagnahmung des Fahrzeugs (ja, Ihres Motorrads) wird bei schweren Verstössen eingeführt. Zudem wird die öffentliche Warnung vor Radarkontrollen, insbesondere in sozialen Netzwerken, mit einer Busse bestraft. Mit anderen Worten: Die WhatsApp-Gruppe, die Standorte von Blitzern teilt? In der Schweiz absolut tabu.

1. Januar 2014: Licht und Alkohol

Das Fahren mit Licht am Tag wird für Motorräder obligatorisch. Die Nichtbeachtung wird mit einer Busse von 40 Franken bestraft. Ausserdem gilt nun ein Alkoholverbot (weniger als 0,10 ‰) für Inhaber eines Führerausweises auf Probe, Fahrschüler und deren Begleitpersonen.

1. Januar 2015: Rückgriff der Versicherungen

Die Haftpflichtversicherungen sind nun verpflichtet, bei Unfällen unter Alkoholeinfluss oder bei einem Rasertatbestand Rückgriff auf den schuldigen Fahrer zu nehmen. Das bedeutet: Bei einem schweren Verstoß müssen Sie die an die Opfer gezahlten Entschädigungen unter Umständen persönlich zurückzahlen.

1. Oktober 2016: Vereinfachte Atemalkoholprobe

Bei einer Kontrolle mit dem Atemalkohol-Messgerät ist eine Blutprobe nicht mehr automatisch erforderlich, wenn der Fahrer das Ergebnis durch Unterzeichnung des Dokuments anerkennt. Eine Massnahme, die das Verfahren vereinfacht.

1. April 2023: Ein Fenster für Berufsfahrer

Eine neue Bestimmung erlaubt es den Behörden, während einer Zeit des Führerausweisentzugs eine auf Berufsfahrten beschränkte Fahrbewilligung zu erteilen. Dies unter strengen Bedingungen: Es muss sich um ein leichtes Verschulden handeln, der Ausweis darf in den vorangegangenen fünf Jahren nicht mehr als einmal entzogen worden sein.

1. Oktober 2023: Die Lockerung

Eine Revision des SVG (Strassenverkehrsgesetz) tritt in Kraft, um einige als zu streng erachtete Massnahmen von Via Sicura abzumildern. Beim Rasertatbestand kann die Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis nun für Ersttäter reduziert werden. Die Mindestdauer des Ausweisentzugs wird in diesen Fällen von 24 auf 12 Monate gesenkt.

Der Rasertatbestand: Achtung, Motorräder sind besonders exponiert

Dies ist die Kernmassnahme von Via Sicura. Der Rasertatbestand ist erfüllt, sobald Sie die zulässige Geschwindigkeit wie folgt überschreiten:

  • 40 km/h oder mehr bei Tempo 30;
  • 50 km/h oder mehr bei Tempo 50;
  • 60 km/h oder mehr bei Tempo 80;
  • 80 km/h oder mehr bei Tempo 120 (Autobahn).

Zur Erinnerung: Auf einer 80er-Strasse führt eine Fahrt mit 141 km/h direkt zum Rasertatbestand. Ein modernes Sportmotorrad erreicht diese Geschwindigkeit oft ohne jede Anstrengung. Der Rasertatbestand ist auch durch jedes vorsätzlich gefährliche Verhalten erfüllt (rücksichtslose Überholmanöver).

Die Sanktionen: Unmissverständlich

Trotz der Revision von 2023 bleiben die Strafen für Motorradfahrer sehr hart:

  • Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren (Reduktion für Ersttäter möglich);
  • Entzug des Führerausweises für mindestens 24 Monate (kann auf 12 Monate reduziert werden);
  • Definitiver Entzug im Wiederholungsfall;
  • Beschlagnahmung und Vernichtung des Motorrads möglich, wenn das Gericht dies anordnet.

Ja, Ihr Motorrad kann beschlagnahmt und vernichtet werden. Das relativiert die Kosten für einen guten, nach ECE 22.06 homologierten Helm.

Alkohol, Betäubungsmittel und Motorradfahren in der Schweiz

In der Schweiz gilt für gewöhnliche Fahrer ein maximaler Alkoholgehalt von 0,50 ‰. Bestimmte Kategorien unterliegen jedoch strengeren Regeln:

  • Inhaber eines Führerausweises auf Probe müssen einen Wert von weniger als 0,10 ‰ aufweisen (Alkoholverbot);
  • Fahrschüler und ihre Begleitpersonen unterliegen der gleichen Regel.

Bei Verdacht auf Konsum von Betäubungsmitteln kann eine umfassende Untersuchung der Fahreignung angeordnet werden, was bis zum definitiven Entzug des Ausweises führen kann.

Grenzgänger und Touristen: Via Sicura betrifft auch Sie

Via Sicura gilt für alle Fahrer auf Schweizer Staatsgebiet, unabhängig von ihrer Nationalität. Die Schweiz hat Abkommen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geschlossen. Eine Schweizer Busse kann Ihnen bis nach Hause folgen.

Gute Ausrüstung: Die erste intelligente Entscheidung

Sicherheit ist nicht nur eine Frage der Regeln, sondern auch der Ausrüstung. Bei Degriffbike bieten wir alles für sicheres Fahren auf Schweizer Strassen an:

Zusammenfassend: Was Via Sicura für Sie ändert

  • Der Rasertatbestand wird ab präzisen Schwellenwerten ausgelöst;
  • Die Sanktionen sind hart: Gefängnis, Ausweisentzug oder Beschlagnahmung der Maschine;
  • Alkoholverbot (0,10 ‰) für Neulenker;
  • Regeln gelten auch für ausländische Touristen;
  • Das Teilen von Radarstandorten ist strafbar.

Die Schweiz bietet mythische Pässe und Kehren, die man in vollen Zügen geniessen sollte. Via Sicura will Ihnen nicht den Spass verderben, sondern sicherstellen, dass Sie auch morgen noch sicher fahren können. Besuchen Sie uns an der Route des Acacias 20 in Genf für die beste Beratung!

Geschrieben in: Home, Actualités

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