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Der Grosse St. Bernhard, die Furka oder der Col du Marchairuz: Diese Namen klingen für jeden Schweizer Töfffahrer nach Freiheit. Doch die Berge sind eine anspruchsvolle Herrin, die keine Unvorbereitetheit duldet. Ein Motorradunfall in einer unübersichtlichen Kehre oder tief in einem Alpental verwandelt eine Traumfahrt augenblicklich in eine Krisensituation. Ob Sie nun einfacher Zeuge oder direkt involviert sind – Ihre Rolle und Ihre Reflexe bestimmen den weiteren Verlauf. In der Schweiz ist die Hilfeleistung eine gesetzliche Pflicht (Art. 128 StGB), aber vor allem ist es ein Akt der Solidarität, der das Herz unserer Leidenschaft ausmacht.
Wir bei Degriffbike wissen, dass das Adrenalin eines Sturzes selbst den erfahrensten Fahrer aus der Fassung bringen kann. Dieses Dossier soll Ihnen klare Anhaltspunkte geben, Szenario für Szenario, mit dem technischen Fachwissen und der wohlwollenden Erfahrung derer, die seit Jahrzehnten die Pässe befahren. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Rettungsreflex präzise und ruhig aktivieren, denn in den Bergen hat der Zufall keinen Platz.
Dies ist der häufigste Fall bei Sonntagsausflügen: ein Wegrutscher bei niedriger Geschwindigkeit auf Rollsplit, ein "Geradeausfahren" in einer falsch eingeschätzten Kurve oder ein Motorrad, das bei einem Fotostopp einfach umkippt. Es gibt kein Blut, keine sichtbare Verletzung, aber die Gefahr für die Verkehrssicherheit ist dennoch real.
Auch ohne Verletzte ist ein auf einer Passstrasse liegendes Motorrad ein tödliches Hindernis. Ihr erster Reflex für die Verkehrssicherheit muss die Sicherung des Bereichs sein, um den Fahrer zu schützen, der oft noch unter Schock steht. Wenn Sie keine Warnweste dabei haben, nutzen Sie Ihr eigenes Motorrad: Stellen Sie es 50 Meter vor der Unfallstelle stabil ab, schalten Sie die Warnblinkanlage und das Fernlicht ein. In den Bergen ist die Sicht tückisch; ein Fahrer, der schnell in eine Kurve fährt, rechnet nicht mit einer Maschine, die quer auf dem Asphalt liegt.
Unterschätzen Sie niemals den Schockzustand des Opfers. Auch wenn der Fahrer aufsteht und sagt "alles bestens", steht er unter massivem Adrenalin. Er wird sein Motorrad sofort aufrichten wollen, oft mit unkontrollierter Kraft, und riskieren, sich einen Muskel zu zerren oder die Maschine auf die andere Seite kippen zu lassen. Fordern Sie ihn auf, sich fünf Minuten zu setzen. Ein erfahrener Biker weiss, dass man in den ersten zehn Minuten nach einem Sturz nicht mehr auf den Sattel steigt. Zitternde Hände und plötzlicher Konzentrationsverlust sind Vorboten eines zweiten Strassenunfalls aus purer Unachtsamkeit.
Sobald Ruhe eingekehrt ist, helfen Sie ihm, die lebenswichtigen Teile des Motorrads zu überprüfen, bevor er weiterfährt: Brems- und Kupplungshebel dürfen nicht verbogen oder gebrochen sein, die Pedale müssen funktionstüchtig sein und es darf kein Kühlmittel oder Öl auslaufen. Ein Ölfilm auf einem Hinterreifen ist die Garantie für einen Sturz in der nächsten Kurve. Solidarität bedeutet auch, einem Mitstreiter zu sagen, dass sein Motorrad für die Abfahrt nicht mehr sicher ist und es besser ist, einen Abschleppdienst zu rufen.
Hier nimmt die Situation eine andere Dimension an. Sie werden zum ersten Glied in der Rettungskette. Das PAS-Protokoll (Prüfen, Alarmieren, Schützen/Sichern) muss mit chirurgischer Präzision angewendet werden, da jede Minute in der Höhe eine zusätzliche Überlebenschance für das Opfer eines Motorradunfalls bedeutet.
In der Höhe ist die Alarmierung ein Akt der Präzision. Ob auf einem Pass im Wallis oder auf einer kleinen Strasse im Waadtländer Jura – die Topografie kann Ihren Standort für die Rettungskräfte unklar machen, wenn Sie sich nur auf eine visuelle Beschreibung verlassen. Zu wissen, welche Nummer man wählen und welches Werkzeug man auslösen muss, ist Ihr zweiter lebenswichtiger Rettungsreflex. In der Schweiz verfügen wir über eine aussergewöhnliche Infrastruktur, sofern man sie mit Bedacht und Schnelligkeit zu nutzen weiss.
Wenn Ihr Smartphone genügend Netzempfang anzeigt, verlieren Sie keine Zeit mit der Suche nach einer App. Wählen Sie direkt die Notrufnummern. Hier ist die Liste der Schweizer Lebenslinien, die Sie auswendig kennen sollten:
Wichtiger technischer Hinweis: Um die 112 (oder jede andere Notrufnummer) von einem Mobiltelefon in der Schweiz aus zu erreichen, ist eine SIM-Karte zwingend erforderlich. Das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) hat die Möglichkeit, Notrufe ohne SIM-Karte zu tätigen, deaktiviert, um Missbrauch und anonyme Anrufe zu verhindern, welche die Zentralen überlasteten. Stellen Sie also sicher, dass Ihr Telefon immer eine aktive SIM-Karte enthält, auch wenn diese von einem ausländischen Anbieter stammt.
In einer wilden Umgebung oder in einer kurvenreichen Passstrasse kann eine ungefähre Angabe die Rettungskräfte wertvolle Minuten kosten. Mobile Apps bieten eine metergenaue Ortung, ein notwendiger Luxus, wenn die Zeit drängt. Diese Tools sind kostenlos im App Store (iOS) und im Google Play Store (Android) erhältlich. Laden Sie diese vor Ihrer nächsten Fahrt herunter und erlauben Sie den permanenten Zugriff auf Ihre GPS-Position.
Tipp: Sobald die Alarmierung ausgelöst wurde, halten Sie Ihr Telefon griffbereit und sparen Sie Akku. Vermeiden Sie es, Ihre Energie für das Filmen der Szene oder das Posten in sozialen Netzwerken zu verbrauchen; Ihr Handy ist Ihr Überlebensfunk. In den Bergen kann ein leerer Akku im falschen Moment eine einfache Rettung in eine stundenlange komplexe Suche verwandeln.
Nähern Sie sich dem Opfer von vorne, damit es den Kopf nicht drehen muss, um nach Ihnen zu suchen. Sprechen Sie ruhig mit der Person, auch wenn sie bewusstlos scheint. Der Rettungsreflex besteht hier in der Stabilisierung: Bewegen Sie einen Verletzten niemals, ausser bei unmittelbarer Lebensgefahr (Feuer, Absturzgefahr). Die Wirbelsäule ist nach einem Aufprall mit hoher Energie wie ein Kartenhaus.
Dies ist die entscheidende Frage, die nach jedem Motorradunfall auftaucht. Dabei ist die Regel einfach: Der Helm ist Ihr bester Verbündeter, auch nach dem Aufprall. Zu wissen, wann man ihn aufbehält und wie man seine Abnahme durch professionelle Rettungskräfte optimiert, ist ein Beweis für Ihr Fachwissen in der Verkehrssicherheit.
Wenn der Fahrer bei Bewusstsein ist, Ihnen antwortet oder normal atmet, darf der Motorradhelm NIEMALS abgenommen werden. Er dient als natürliche Schiene, um die Achse Kopf-Hals-Rumpf zu stützen. Eine improvisierte Abnahme, selbst mit bestem Willen, kann eine einfache Verletzung in eine bleibende Lähmung verwandeln. Ihre Rolle ist es hier, das Opfer zu beruhigen und vor allem zu verhindern, dass es versucht, den Helm aus Panik oder Unbehagen selbst abzunehmen.
Die lebensrettende Ausnahme: Die Helmabnahme wird von einem Zeugen nur dann in Erwägung gezogen, wenn das Opfer bewusstlos ist und nicht mehr atmet (Atemstillstand) oder bei Erbrechen, welches die Atemwege blockiert. In diesen extremen Situationen hat die Sauerstoffzufuhr absolute Priorität vor dem traumatischen Risiko.
Hier zeigt sich der Wert Ihrer technischen Ausrüstung von Degriffbike. Die meisten modernen Helme grosser Marken (Shoei, HJC, Shark, Alpinestars) verfügen über das ERS (Emergency Release System). Diese Technologie ist kein Spielzeug, sondern eine direkte Hilfe für die Einsatzkräfte.
Achten Sie beim nächsten Kauf auf diese roten Laschen. Dies ist ein Sicherheitskriterium, das genauso wichtig ist wie das Gewicht oder die Geräuschdämmung Ihres Helms.
Selbst bei 30 Grad im Tal entzieht der Asphalt in der Höhe dem Körper die Wärme mit rasender Geschwindigkeit. Ein Opfer im Schockzustand kühlt sehr schnell aus, was innere Blutungen verschlimmert. Ihre effektivste Erste-Hilfe-Massnahme ist es, den Verletzten mit einer Rettungsdecke (goldene Seite nach aussen) oder Ihrer eigenen Motorradjacke zuzudecken.
Sie haben einen Fahrfehler gemacht, sind weggerutscht, aber Sie stehen auf den Beinen. Ihr Ego ist angekratzt, aber Sie scheinen unversehrt. Hier muss die Stimme der Erfahrung über den Drang siegen, so schnell wie möglich weiterzufahren, um diesen Vorfall zu vergessen. Adrenalin ist eine Lügnerin: Es wirkt wie ein starkes natürliches Betäubungsmittel, das reale Schmerzen und innere Verletzungen maskiert, die erst auftreten, wenn Ihr Herzschlag wieder gesunken ist.
Bevor Sie sich beeilen, Ihre Maschine aufzurichten, machen Sie einen kompletten Check Ihres eigenen Körpers. Bewegen Sie Ihre Finger, Ihre Knöchel, drehen Sie vorsichtig den Kopf. Wenn Sie die geringste Steifheit, Schwindel oder einen dumpfen Schmerz verspüren, fahren Sie nicht alleine weiter.
Experten-Tipp: Auch wenn Sie sich "topfit" fühlen, ist ein Besuch beim Arzt oder in der Notaufnahme innerhalb von 24 Stunden nach einem Motorradunfall dringend empfohlen. Ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma oder innere Blutungen können Stunden brauchen, um sich zu manifestieren. In der Schweiz übernimmt Ihre Unfallversicherung (UVG) diese Kontrollen, also gehen Sie kein unnötiges Risiko für Ihre Gesundheit ein. Besser eine Kontrolle zu viel als eine unsichtbare Komplikation.
Untersuchen Sie Ihre Motorradausrüstung mit kritischem Blick. Die Verkehrssicherheit duldet keine Kompromisse bei der Unversehrtheit des Materials, besonders nachdem es seinen ersten echten Test bestanden hat.
Hier zeigt sich der Vorteil von Degriffbike: Der Neukauf einer hochwertigen Schutzausrüstung nach einem Sturz darf keine finanzielle Bestrafung sein. Wir sind da, um Ihnen zu helfen, sich mit Premium-Marken zu Discountpreisen neu auszustatten, damit Sie wieder beruhigt losfahren können.
Auch wenn das Motorrad nur ein paar oberflächliche Kratzer an der Verkleidung zu haben scheint, kann ein Strassenunfall strukturelle Elemente verbogen haben, die mit blossem Auge am Strassenrand nicht erkennbar sind.
Lassen Sie Ihre Maschine unbedingt von einem professionellen Mechaniker kontrollieren, bevor Sie die nächste Sonntagstour planen. Eine leicht verzogene Gabel, eine verbogene Bremsscheibe oder ein Riss im Rahmen sind latente Gefahren. Ein kompletter Check der Sicherheitspunkte (Bremsen, Reifen, Lenkung) ist der einzige Weg, um wieder beruhigt am Kabel zu ziehen. Wenn das Motorrad gerutscht ist, prüfen Sie auch, ob Flüssigkeiten austreten: Ein leicht gerissenes Gehäuse kann Öl direkt auf Ihren Hinterreifen verlieren.
Wenn Sie physisch dazu in der Lage sind und das Motorrad kein grösseres Leck aufweist, schaffen Sie es aus der Fahrlinie, um die Verkehrssicherheit für andere Verkehrsteilnehmer wiederherzustellen. Wenn die Maschine zu schwer oder eingeklemmt ist, verwenden Sie ein Notsignal, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen (z. B. Ihren Helm weit im Voraus auf den Boden legen).
In der Schweiz ist die Polizei nicht obligatorisch, wenn keine Dritten involviert sind und keine Schäden an öffentlichem Eigentum (Leitplanken, Pfosten, Schilder) vorliegen. Bleiben Sie jedoch wachsam: Wenn Sie Stadt- oder Kantonsmöbel beschädigt haben, sind Sie gesetzlich verpflichtet, die Polizei (117) zu benachrichtigen. Dies nicht zu tun, kann als Fahrerflucht gewertet werden. In jedem Fall hilft das Erstellen präziser Fotos der Szene und Ihrer Maschine Ihrer Versicherung erheblich bei der Bearbeitung Ihres Dossiers.
Dies ist das schwerste Szenario, das körperlichen Schmerz und moralische Verantwortung vereint. Hier zeigt sich der Wert Ihrer Vorbereitung und der Qualität Ihrer Schutzausrüstung.
Versuchen Sie nicht aufzustehen, um "das Gesicht zu wahren". Wenn Sie einen Motorrad-Airbag tragen, hat dieser wahrscheinlich ausgelöst und hält Ihren Nacken und Oberkörper in einem schützenden Panzer; bleiben Sie in dieser Position. Wenn Sie ein Kribbeln oder Gefühlsverlust in den Beinen verspüren, bewegen Sie sich absolut nicht mehr. Ihre Priorität ist es, mit Zeugen zu kommunizieren, damit diese den Sanitätsnotruf 144 oder die Rega rufen.
Der emotionale Schock ist immens. Bleiben Sie am Unfallort, dies ist in der Schweiz eine strikte gesetzliche Pflicht. Leisten Sie der anderen Person vorrangig Hilfe. In diesem Fall muss zwingend die Polizei (117) kontaktiert werden. Beginnen Sie in diesem Moment nicht, über die Schuldfrage zu diskutieren; die technischen Fakten und Zeugenaussagen werden den Sachverhalt später klären. Ihre unmittelbare Rolle ist die menschliche Hilfeleistung.
Sobald der Stress nachlässt und die Unfallstelle gesichert ist, bleibt der unangenehmste Teil des Szenarios: die administrative Abwicklung. In der Schweiz bestimmt die Klarheit der an Ihre Versicherung übermittelten Informationen über die Schnelligkeit Ihrer Entschädigung. Vernachlässigen Sie diesen Schritt nicht, auch wenn Sie es kaum erwarten können, nach Hause zu kommen und diesen Tag zu vergessen.
Das Europäische Unfallprotokoll ist das Referenzdokument, auch auf Schweizer Boden. Es wird dringend empfohlen, ein Papierexemplar unter dem Sattel oder im Rucksack mitzuführen. Trotz Digitalisierung bleibt die Papierversion die einzige, die von allen Versicherungen in der Schweiz universell anerkannt wird.
Profi-Tipp: Sobald das Unfallprotokoll ordnungsgemäss ausgefüllt und von beiden Parteien unterschrieben ist, fotografieren Sie es sofort mit Ihrem Smartphone. Dies sichert die Informationen und ermöglicht es Ihnen, Ihrem Versicherer in Sekundenschnelle eine Kopie zu senden, während Sie das Original vor Feuchtigkeit oder Verlust auf der Rückfahrt geschützt aufbewahren.
Die Schweizer Gesetzgebung ist in diesem Punkt sehr präzise. Das Eingreifen der Polizei ist in zwei Hauptszenarien obligatorisch:
Bevor Sie die Fahrzeuge entfernen (sofern dies gefahrlos möglich ist), machen Sie Gesamtübersichtsfotos der Szene des Strassenunfalls. Fotografieren Sie die Nummernschilder, die Schäden an den Maschinen, Bremsspuren am Boden und die Konfiguration der Kurve. Diese visuellen Beweise sind für Versicherungsexperten oft aussagekräftiger als jede Skizze.
Meldefrist: Kontaktieren Sie Ihre Versicherung so schnell wie möglich. Die meisten Schweizer Versicherer verlangen eine Unfallmeldung innerhalb weniger Tage. Geben Sie auch den Zustand Ihrer Motorradausrüstung an; je nach Vertrag kann der Ersatz Ihres Motorradhelms oder Ihrer Jacke übernommen werden, selbst bei einem Selbstunfall.
Ob Sie nun Zeuge, Beteiligter oder Opfer sind, ein Motorradunfall ist eine Prüfung, die uns an die Zerbrechlichkeit unserer Leidenschaft erinnert. Wenn Sie diese verschiedenen Szenarien kennen und die Schweizer technologischen Werkzeuge wie EchoSOS oder die Rega beherrschen, handeln Sie als informierter und verantwortungsbewusster Motorradfahrer. Die Schweizer Bergwelt ist ein erhabener Spielplatz, aber sie erfordert unermüdliche Demut und Vorbereitung.
Die Verkehrssicherheit endet nicht beim Kauf einer schönen Jacke; sie setzt sich fort durch ständige Weiterbildung in Erste-Hilfe-Massnahmen und ein scharfes Bewusstsein für die Gefahren der Strasse. Wir bei Degriffbike sind stolz darauf, Sie bei diesem Streben nach Schutz zu begleiten, indem wir Ihnen die beste Technologie anbieten, vom Motorrad-Airbag bis zum Helm mit Notfall-Entriegelungssystem. Fahren Sie vorsichtig, achten Sie auf Ihre Weggefährten und denken Sie daran, dass die schönste Reise diejenige ist, von der man zurückkehrt, um die Geschichte auf dem nächsten Pass zu erzählen.
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