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Motorradhelm-Aussenschale: Polycarbonat, ABS, Glasfaser, Carbon … worin liegen die Unterschiede?

Wenn Sie einen Motorradhelm auswählen, achten Sie natürlich zuerst auf sein Aussehen, den Komfort, die Ausstattung oder den Preis. Ein weiteres Element verdient jedoch Ihre Aufmerksamkeit: das Material der Aussenschale.

Polycarbonat, ABS, Glasfaser, Carbon, Aramid … Diese Bezeichnungen tauchen regelmässig in Produktdatenblättern und Herstellerbeschreibungen auf. Aber wissen Sie wirklich, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt? Die Materialien unterscheiden sich sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihren Eigenschaften. Auch ihre Herstellung erfolgt auf unterschiedliche Weise.

Einige gehören zu den thermoplastischen Kunststoffen, andere sind Fasern, die zur Herstellung von Verbundwerkstoffen verwendet werden. Jedes Material weist besondere Eigenschaften auf, die bei der Entwicklung und Herstellung von Motorradhelmen eine Rolle spielen.

Was sollten Sie also vor dem Kauf wissen? Woraus bestehen die verschiedenen Helmschalen? Welche Vorteile bieten sie und in welchen Situationen können sie interessant sein? Wir nehmen die Materialien genauer unter die Lupe, damit Sie den Überblick behalten. Ohne unnötigen Fachjargon, aber auch ohne technische Vereinfachungen!

Die Motorradhelm-Aussenschale: Welche Aufgabe hat sie?

Bevor wir die verschiedenen Materialien vergleichen, sollten wir zunächst verstehen, was mit der Aussenschale erreicht werden soll. Sie ist der feste, sichtbare Teil des Helms. Als äussere Schutzhülle bildet sie die erste Schutzschicht und beeinflusst das Verhalten des Helms bei einem Aufprall.

Sie erfüllt mehrere sich ergänzende Aufgaben:

  • Sie trägt dazu bei, die bei einem Aufprall entstehenden Kräfte zu verteilen.
  • Sie bietet Widerstand gegen das Eindringen von Gegenständen von aussen.
  • Sie schützt die innere Struktur vor äusseren Einwirkungen und Abrieb.
  • Sie trägt zur Steifigkeit und Stabilität des gesamten Helms bei.

Aber Achtung: Die Aussenschale arbeitet nicht allein. Im Inneren befindet sich unter anderem die Innenschale, die in der Regel aus expandiertem Polystyrol (EPS) besteht. Diese Schicht ist so ausgelegt, dass sie sich bei einem Aufprall verformt und einen Teil der Energie aufnimmt.

Die Aussenschale und die innere EPS-Schicht erfüllen also unterschiedliche, aber sich ergänzende Aufgaben. Auch das Rückhaltesystem, das den Helm auf dem Kopf hält, sowie die gesamte Konstruktion tragen zum Schutz bei.

Mit anderen Worten: Ein Motorradhelm besteht aus weit mehr als nur seiner Aussenschale. Genau deshalb sollten Sie ein Modell nicht allein anhand des Materials auswählen, das auf dem Etikett angegeben ist.

1. Polycarbonat: ein weit verbreiteter thermoplastischer Kunststoff

Woraus besteht Polycarbonat?

Polycarbonat, häufig mit PC abgekürzt, ist ein thermoplastisches Polymer. Es gehört zur Gruppe der technischen Kunststoffe, die unter anderem wegen ihrer Schlagfestigkeit und ihrer mechanischen Eigenschaften geschätzt werden.

Bei der Herstellung einer Polycarbonat-Helmschale wird das Material erhitzt, bis es formbar ist, und anschliessend unter Druck in eine Form eingespritzt. Diese gibt ihm seine endgültige Gestalt. Nach dem Abkühlen behält das Bauteil die gewünschte Form.

Dieses industrielle Verfahren ermöglicht eine gleichmässige und reproduzierbare Produktion der Helmschalen. Es eignet sich zudem für die Herstellung komplexer Formen und bietet den Herstellern dadurch einen gewissen Spielraum bei der Gestaltung ihrer Modelle.

Welche Eigenschaften hat Polycarbonat?

Polycarbonat weist mehrere Eigenschaften auf, die es für die Herstellung von Motorradhelmen interessant machen:

  • Gute Schlagfestigkeit: Das Material kann mechanischen Belastungen standhalten, ohne leicht zu brechen.
  • Hohe Zähigkeit: Es bietet einen gewissen Widerstand gegen die Ausbreitung von Rissen und gegen Bruch.
  • Industrielle Formbarkeit: Dank seiner thermoplastischen Eigenschaften lässt es sich mit etablierten Verfahren in die gewünschte Form bringen.
  • Kontrollierbare Herstellungskosten: Die Produktionsverfahren ermöglichen Helme zu erschwinglichen Preisen.

Polycarbonat wird deshalb häufig in Einsteiger- und Mittelklasse-Helmen verwendet. Das bedeutet allerdings nicht, dass es ausschliesslich für kleinere Budgets oder den gelegentlichen Gebrauch geeignet wäre.

Für welche Einsatzzwecke ist es interessant?

Benutzen Sie Ihr Motorrad für den Arbeitsweg, für alltägliche Fahrten oder für gelegentliche Ausflüge? Suchen Sie einen funktionalen Helm zu einem vernünftigen Preis? Dann kann ein Modell mit Polycarbonat-Aussenschale durchaus Ihren Erwartungen entsprechen.

Auch für längere Fahrten kann ein solcher Helm infrage kommen. Eine Helmschale aus thermoplastischem Kunststoff ist nicht automatisch nur für den Stadtverkehr gedacht. Komfort, Passform, Belüftung, Geräuschdämmung und Aerodynamik sollten ebenfalls in Ihre Überlegungen einfliessen.

Am besten betrachten Sie den Helm als Ganzes, anstatt ein Material allein aufgrund seiner Kategorie auszuschliessen.

2. ABS: ein weiterer thermoplastischer Kunststoff

Woraus besteht ABS?

ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol. Hinter dieser technischen Bezeichnung verbirgt sich ein Polymer aus drei Bestandteilen, von denen jeder bestimmte Eigenschaften des Materials beeinflusst:

  • Acrylnitril: Es trägt insbesondere zur chemischen und thermischen Beständigkeit bei.
  • Butadien: Es sorgt für Zähigkeit und trägt zur Schlagfestigkeit bei.
  • Styrol: Es trägt zur Steifigkeit und zur guten Verarbeitbarkeit bei.

Wie Polycarbonat gehört auch ABS zu den thermoplastischen Kunststoffen. Es kann erhitzt und anschliessend in Form gebracht werden, beispielsweise durch Einspritzen in eine Form. Es handelt sich jedoch um ein anderes Material: Zusammensetzung und Eigenschaften unterscheiden sich.

Welche Eigenschaften hat ABS?

ABS wird in der Industrie aus verschiedenen Gründen geschätzt:

  • Seine Steifigkeit: Damit lassen sich Bauteile herstellen, die ihre Form behalten.
  • Seine Zähigkeit: Seine Zusammensetzung verleiht ihm eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen.
  • Seine gute Formbarkeit: Es eignet sich für verschiedene industrielle Verarbeitungsverfahren.
  • Seine Wirtschaftlichkeit: Es ermöglicht die Herstellung von Kunststoffteilen zu kontrollierbaren Kosten.

ABS kommt in verschiedenen industriellen Anwendungen zum Einsatz, darunter auch bei bestimmten Motorrad-Schutzausrüstungen. Je nach technischer Entscheidung des Herstellers kann es auch für Helmschalen verwendet werden.

Für welche Einsatzzwecke ist es interessant?

Wenn Sie einen funktionalen und erschwinglichen Motorradhelm suchen, kann ein Modell mit ABS-Aussenschale eine Option sein, die Sie in Betracht ziehen können.

Sind Sie hauptsächlich auf kurzen Strecken unterwegs, nutzen Sie Ihr Motorrad für alltägliche Fahrten oder suchen Sie Ihre erste Ausrüstung? Dann spielt der Preis bei Ihrer Entscheidung verständlicherweise eine Rolle. Machen Sie das Material der Aussenschale aber nicht zu Ihrem einzigen Kriterium.

Ein Helm muss vor allem zu Ihrer Kopfform passen, korrekt homologiert sein und seine Schutzfunktion erfüllen. Die Bezeichnung des Kunststoffs ersetzt weder diese Überprüfungen noch eine richtige Anprobe.

3. Glasfaser: ein Verbundwerkstoff

Woraus besteht Glasfaser?

Hier wechseln wir in eine andere Materialgruppe. Im Gegensatz zu Polycarbonat und ABS wird Glasfaser zur Herstellung eines Verbundwerkstoffs verwendet, wenn sie mit einem Harz kombiniert wird.

Das Prinzip ist relativ einfach: Feine Glasfasern werden mit einer Harzmatrix verbunden, die sie zusammenhält. Die verschiedenen Schichten werden in einer Form angeordnet, anschliessend in Form gebracht und je nach Herstellungsverfahren ausgehärtet.

Die Anordnung und Ausrichtung der Fasern, die Anzahl der Schichten sowie die Art des Harzes beeinflussen die endgültigen Eigenschaften der Helmschale. Zwei Motorradhelme, die als Glasfaserhelme bezeichnet werden, müssen deshalb nicht zwangsläufig identisch aufgebaut sein.

Welche Eigenschaften hat Glasfaser?

Glasfaser bietet den Herstellern verschiedene Möglichkeiten bei der Konstruktion ihrer Helmschalen:

  • Eine Verbundstruktur: Fasern und Harz wirken zusammen und bilden ein Material, dessen Eigenschaften sich von denen seiner einzelnen Bestandteile unterscheiden.
  • Anpassbare Konstruktion: Die Ausrichtung und Anordnung der Fasern können entsprechend den gewünschten Anforderungen festgelegt werden.
  • Interessante mechanische Eigenschaften: Durch den schichtweisen Aufbau lassen sich Strukturen entwickeln, die bestimmte technische Anforderungen erfüllen.

Die Qualität einer Glasfaser-Helmschale hängt also von weit mehr ab als nur von der Materialbezeichnung. Die Auswahl der Fasern, das Harz, die Verarbeitung und die Qualitätskontrolle spielen ebenfalls eine Rolle.

Für welche Einsatzzwecke ist sie interessant?

Fahren Sie regelmässig, unternehmen Sie gerne Wochenendausflüge oder planen Sie gelegentlich mehrtägige Touren? Ein Motorradhelm mit Glasfaser-Verbundschale kann eine interessante Option zum Vergleichen sein.

Diese Bauweise wird insbesondere von Herstellern geschätzt, die Helmschalen mit gezielt abgestimmten mechanischen Eigenschaften entwickeln möchten.

Behalten Sie jedoch eines im Hinterkopf: Glasfaser garantiert nicht automatisch einen besseren Helm als ein Modell aus thermoplastischem Kunststoff. Beim Vergleich zweier Helme müssen Sie die gesamte Konstruktion, die Homologation und die Passform berücksichtigen.

4. Carbonfaser: ein Verbundwerkstoff mit gefragten Eigenschaften

Woraus besteht Carbonfaser?

Carbonfaser besteht aus extrem feinen Filamenten, die hauptsächlich aus Kohlenstoff bestehen. Für die Herstellung einer Helmschale werden diese Fasern mit einem Harz verbunden, das für den Zusammenhalt sorgt.

Die Fasern werden entsprechend einer vom Hersteller festgelegten Ausrichtung in mehreren Schichten in einer Form angeordnet. Anschliessend wird die Struktur je nach verwendetem Verfahren unter kontrollierten Temperatur- und Druckbedingungen verfestigt und ausgehärtet.

Das Ergebnis ist ein Verbundwerkstoff, dessen Eigenschaften unter anderem von der Qualität der Fasern, ihrer Ausrichtung, dem verwendeten Harz und dem endgültigen Aufbau abhängen.

Welche Eigenschaften hat Carbon?

Carbonfaser ist besonders gefragt wegen:

  • Des Verhältnisses von Steifigkeit zu Masse: Damit lassen sich steife Strukturen entwickeln, ohne zwingend eine hohe Masse in Kauf nehmen zu müssen.
  • Seiner mechanischen Eigenschaften: Diese können bei anspruchsvollen Verbundkonstruktionen gezielt genutzt werden.
  • Seiner Gestaltungsfreiheit: Durch die Ausrichtung der Fasern können Hersteller das Verhalten der Struktur entsprechend ihren Entwicklungszielen beeinflussen.

Carbon kommt insbesondere bei Helmen der oberen Preisklasse zum Einsatz, bei denen Leistung und geringes Gewicht eine wichtige Rolle spielen.

Eine kleine Präzisierung am Rande: Eine Helmschale, bei der das Carbon sichtbar ist, besteht nicht zwangsläufig vollständig aus Carbonfaser. Es gilt, eine tragende Carbon-Konstruktion von einer rein dekorativen Oberfläche in Carbon-Optik zu unterscheiden. Das sichtbare Gewebemuster verrät nicht immer die ganze Geschichte!

Für welche Einsatzzwecke ist Carbon interessant?

Verbringen Sie viel Zeit im Sattel? Fahren Sie sportlich oder legen Sie besonderen Wert auf das Gewicht Ihrer Ausrüstung? Dann verdient ein Motorradhelm mit Carbon-Aussenschale Ihre Aufmerksamkeit.

Ein geringes Gewicht kann zum Komfort beitragen, insbesondere wenn Sie den Helm über längere Zeit tragen. Es kann auch für Motorradfahrer interessant sein, die die Belastung von Kopf und Nacken möglichst gering halten möchten.

Lassen Sie sich aber nicht allein von der Bezeichnung «Carbon» überzeugen. Ein hochwertiger Helm muss auch bequem sitzen, richtig passen und zu Ihrer Nutzung geeignet sein. Das Material ist nicht alles – selbst dann nicht, wenn der Helm besonders sportlich aussieht.

5. Aramidfaser: eine Verstärkung mit besonderen Eigenschaften

Woraus besteht Aramidfaser?

Aramid bezeichnet eine Familie synthetischer Fasern, die zu den aromatischen Polyamiden gehören. Kevlar ist eine der bekanntesten Marken dieser Faserfamilie.

Diese Fasern werden bei der Herstellung von Verbund-Helmschalen in der Regel zusammen mit anderen Materialien verwendet. Sie können beispielsweise mit Glas- oder Carbonfasern kombiniert und anschliessend durch ein Harz miteinander verbunden werden.

Es ist deshalb genauer, von einer Verstärkungsfaser zu sprechen, anstatt Aramid als eigenständige Schalenkategorie wie Polycarbonat oder Glasfaser zu betrachten.

Welche Eigenschaften hat Aramid?

Aramidfasern sind insbesondere bekannt für:

  • Ihre Zugfestigkeit: Bei Belastung entlang ihrer Faserrichtung können sie hohen Zugkräften standhalten.
  • Ihre Zähigkeit: Sie weisen eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber bestimmten Brucharten auf.
  • Ihren Einsatz als Verstärkung: Sie können zu den mechanischen Eigenschaften eines Verbundwerkstoffs beitragen.

Ihr besonderer Nutzen liegt unter anderem in der Kombination mit anderen Fasern. Die Zusammensetzung und der Aufbau des Verbundwerkstoffs bestimmen anschliessend die Eigenschaften der fertigen Helmschale.

Für welche Einsatzzwecke ist Aramid interessant?

Suchen Sie einen Verbundhelm, dessen Konstruktion verschiedene Fasertypen kombiniert? Dann kann Aramid zu den Materialien gehören, die bei seiner Herstellung verwendet werden.

In diesem Fall dient es als Verstärkung und ergänzt die anderen Bestandteile. Durch diese Kombination kann der Hersteller die Eigenschaften der Struktur entsprechend seinen Entwicklungszielen abstimmen.

Die Erwähnung von Kevlar in einem technischen Datenblatt reicht allerdings nicht aus, um daraus zu schliessen, dass ein Helm besser schützt als ein anderer. Dafür müssen Sie das gesamte Produkt betrachten und sich mit den Ergebnissen seiner Homologation befassen.

6. Multi-Faser-Verbundwerkstoffe: verschiedene Materialien kombinieren

Woraus bestehen sie?

Warum sich auf eine einzige Faser beschränken, wenn sich verschiedene Materialien miteinander kombinieren lassen? Genau das ist das Prinzip von Multi-Faser-Verbundwerkstoffen.

Bei dieser Bauweise werden unterschiedliche Fasern wie Glasfaser, Carbon oder Aramid mit einem Harz kombiniert, das sie miteinander verbindet. Der Hersteller wählt die Materialien sowie deren Ausrichtung und Anordnung entsprechend den gewünschten Eigenschaften aus.

Jede Konstruktion ist spezifisch. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für Multi-Faser-Verbundwerkstoffe: Die Zusammensetzung kann sich je nach Hersteller und sogar von Modell zu Modell unterscheiden.

Welche Eigenschaften haben sie?

Der Vorteil dieser Kombination liegt darin, dass die Eigenschaften der verschiedenen Bestandteile miteinander verbunden werden können. Je nach Materialauswahl und Verarbeitung kann der Hersteller folgende Aspekte gezielt beeinflussen:

  • Die Steifigkeit der Struktur.
  • Die mechanische Widerstandsfähigkeit der Helmschale.
  • Die Masse der gesamten Konstruktion.
  • Das Verhalten des Verbundwerkstoffs bei unterschiedlichen Belastungen.

Die endgültigen Eigenschaften hängen jedoch von der Konstruktion und dem Herstellungsverfahren ab. Eine einfache Aufzählung der verwendeten Fasern reicht nicht aus, um das genaue Verhalten einer Helmschale zu beurteilen.

Für welche Einsatzzwecke sind sie interessant?

Suchen Sie einen Motorradhelm der oberen Preisklasse und möchten Sie von einer Konstruktion profitieren, bei der mehrere Fasertypen zum Einsatz kommen? Dann sind Multi-Faser-Helmschalen einen genaueren Blick wert.

Sie ermöglichen es den Herstellern, Verbundstrukturen zu entwickeln, die auf bestimmte technische Anforderungen abgestimmt sind. Je nach Konstruktion lassen sich unterschiedliche mechanische Eigenschaften kombinieren und verschiedene Entwicklungsziele verfolgen.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, das technische Datenblatt des Modells anzuschauen. Die Bezeichnung «Multi-Faser» verrät allein noch nicht, wie genau die Helmschale zusammengesetzt ist. Und in diesem Bereich zählen die Details!

Welches Material passt zu Ihrer Motorradnutzung?

Nachdem Sie nun die verschiedenen Materialgruppen kennengelernt haben, bleibt die wichtigste Frage: Welcher Helm passt am besten zu Ihnen?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Ihre Fahrgewohnheiten, Ihr Budget, Ihre Kopfform und Ihre Komfortansprüche sollten Ihre Wahl bestimmen. Hier finden Sie einige Anhaltspunkte, die Ihnen die Entscheidung erleichtern.

Sie fahren hauptsächlich in der Stadt

Für alltägliche Fahrten können Sie Helme mit thermoplastischer Aussenschale in Betracht ziehen, insbesondere aus Polycarbonat oder ABS. Sie sind in zahlreichen erschwinglichen Produktlinien erhältlich und können den Anforderungen einer regelmässigen Nutzung entsprechen.

Achten Sie vor allem darauf, ein Modell zu wählen, das zu Ihrem Motorrad und Ihren Fahrstrecken passt. Sicht, Belüftung, einfache Handhabung und Komfort sollten Sie nicht vernachlässigen – auch dann nicht, wenn Sie nur wenige Kilometer zurücklegen.

Sie lieben Ausflüge und Wochenendtouren

Für eine regelmässige Nutzung kommen sowohl thermoplastische als auch Verbund-Helme infrage. Vergleichen Sie die Motorradhelme hinsichtlich Komfort, Passform, Belüftung und Ausstattung.

Ein Helm, der richtig zu Ihrer Kopfform passt, ist deutlich angenehmer als ein Modell, das Sie nur wegen seines Materials oder seines Aussehens ausgewählt haben.

Sie sind häufig auf langen Strecken unterwegs

Bei mehrstündigen Fahrten wird Komfort zu einem besonders wichtigen Begleiter. Ergonomie, Geräuschdämmung, Aerodynamik, Belüftung und das tatsächliche Gewicht des Helms spielen dann eine wichtige Rolle.

Eine Carbon-Aussenschale kann interessant sein, wenn Sie ein Modell suchen, bei dem ein geringes Gewicht im Vordergrund steht. Vernachlässigen Sie aber die anderen Kriterien nicht: Ein leichter Helm, der Druckstellen verursacht oder zu laut ist, kann einen schönen Ausflug schnell in eine Geduldsprobe verwandeln.

Sie fahren sportlich

Bei sportlicher Nutzung sollten Sie sich mit der gesamten Konstruktion des Helms befassen: Halt, Stabilität, Aerodynamik, Sichtfeld und Belüftung. Verbundwerkstoffe kommen bei vielen Modellen zum Einsatz, die für bestimmte Anforderungen entwickelt wurden.

Ihre Wahl sollte auch zu Ihrer Disziplin und den Bedingungen passen, unter denen Sie fahren. Ein Helm für den Strassenverkehr ist nicht zwingend für dieselben Belastungen ausgelegt wie ein Modell für den Offroad-Einsatz oder den Rennsport.

Vergleich: Die verschiedenen Materialien der Helmschale

Um die wichtigsten Unterschiede zusammenzufassen, finden Sie hier eine Übersicht der verschiedenen Materialgruppen – ohne sie künstlich vom besten bis zum schlechtesten zu ordnen.

  • Polycarbonat: Thermoplastischer Kunststoff, der für seine Schlagfestigkeit und seine Formbarkeit im Spritzgussverfahren geschätzt wird.
  • ABS: Thermoplastischer Kunststoff aus Acrylnitril, Butadien und Styrol, geschätzt für seine Steifigkeit, Zähigkeit und gute Formbarkeit.
  • Glasfaser: Verbundwerkstoff aus Glasfasern, die mit einem Harz verbunden werden.
  • Carbonfaser: Verbundwerkstoff, der wegen seines Verhältnisses von Steifigkeit zu Masse geschätzt wird.
  • Aramid: Verstärkungsfaser, die für ihre Zugfestigkeit bekannt ist und in der Regel mit anderen Materialien kombiniert wird.
  • Multi-Faser: Verbundkonstruktion, bei der verschiedene Fasertypen mit einem Harz kombiniert werden.

Diese Übersicht zeigt die allgemeinen Eigenschaften der Materialien. Sie erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf das Gewicht, den Preis oder das Schutzniveau eines bestimmten Helms. Diese Aspekte hängen von seiner Konstruktion, seinen Abmessungen und den Entscheidungen des Herstellers ab.

Bestimmt das Material der Aussenschale die Sicherheit des Helms?

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt, den Sie sich merken sollten: Ein Carbonhelm ist nicht automatisch sicherer als ein Helm aus Polycarbonat. Ebenso garantiert das Vorhandensein von Glasfaser oder Aramid allein keinen besseren Schutz.

Die Sicherheit hängt von der Konstruktion des gesamten Helms ab. Verschiedene Elemente müssen dabei zusammenarbeiten:

  • Die Aussenschale: Sie bildet die erste Schutzhülle und beeinflusst das Verhalten des Helms bei einem Aufprall.
  • Die EPS-Innenschale: Sie ist so ausgelegt, dass sie sich verformt und einen Teil der Aufprallenergie aufnimmt.
  • Das Rückhaltesystem: Es trägt dazu bei, den Helm sicher in Position zu halten.
  • Die Geometrie und die Gesamtkonstruktion: Sie beeinflussen das Verhalten des Helms bei unterschiedlichen Aufprallsituationen.
  • Die Passform: Der Helm muss zu Ihrer Kopfform passen und korrekt sitzen bleiben.

Auch die Homologation ist ein wichtiger Anhaltspunkt. Sie bestätigt, dass der Helm die geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Bei Helmen, die in Europa verkauft werden, sollten Sie insbesondere auf die Konformität mit der ECE-Regelung 22.06 achten, sofern diese anwendbar ist.

Schliesslich sollten Sie einen Helm vor dem Kauf möglichst anprobieren. Er muss den Kopf gut umschliessen, ohne Schmerzen oder übermässigen Druck zu verursachen. Eine zu grosse Grösse oder ein ungenügender Halt können die korrekte Position des Helms beeinträchtigen.

Zusammengefasst: Wählen Sie Ihren Helm nicht allein deshalb, weil seine Aussenschale aus Carbon, Glasfaser oder Polycarbonat besteht. Achten Sie auf die gesamte Konstruktion, die Homologation und die Passform. Ihr Kopf verdient mehr als einen Kauf allein aus optischen Gründen!

Fazit: Die Materialien verstehen und den richtigen Motorradhelm wählen

Polycarbonat, ABS, Glasfaser, Carbon, Aramid oder Multi-Faser-Verbundwerkstoffe: Jedes Material hat seine Besonderheiten und seinen eigenen Stellenwert bei der Herstellung von Motorradhelmen.

Thermoplastische Kunststoffe ermöglichen eine kontrollierte industrielle Fertigung. Verbundwerkstoffe bieten den Herstellern verschiedene Möglichkeiten, den Aufbau und die mechanischen Eigenschaften ihrer Helmschalen zu gestalten. Aramidfasern wiederum werden insbesondere als Verstärkung in bestimmten Verbundkonstruktionen eingesetzt.

Am wichtigsten ist, einen Helm zu wählen, der zu Ihrer Fahrweise, Ihrer Kopfform und Ihrem Budget passt. Nehmen Sie sich Zeit, verschiedene Modelle zu vergleichen, die Homologation zu überprüfen und die Helme nach Möglichkeit anzuprobieren.

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Bis bald auf der Strasse – und immer gut ausgerüstet!

Geschrieben in: Home, Actualités

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