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Motorradführerschein in der Schweiz: So bestehst du den Behörden-Slalom

In der Schweiz lieben wir Präzision: bei Uhren, bei der Ideallinie in den Alpen und offensichtlich auch bei den Kategorien des Motorradführerscheins. Seit der grossen Reform von 2021 hat sich die Landschaft für Zweirad-Fans verändert und den "Direkteinstieg" in die grossen Hubraumklassen ins Museum der Erinnerungen verbannt. Heute gleicht der Weg zum Biker in der Schweiz manchmal einem administrativen Hindernisparcours, aber keine Sorge: Es ist vor allem eine Schule der Meisterschaft.

Ob du ein Teenager bist, der es kaum erwarten kann, eine 50er zu reiten, ein Genfer Autofahrer, der genug vom Stau auf der Pont du Mont-Blanc hat, oder ein Purist, der von unbeschränkter Power träumt – das Verständnis für die Abläufe beim Schifffahrts- und Strassenverkehrsamt (SVSA) ist der erste Schritt. Bei Moto DegriffBike sehen wir Generationen von angehenden Fahrern, die stolz ihr blaues "L" tragen. Damit du dieses blaue Quadrat ohne Schweissausbrüche unter deinem Helm in einen definitiven Ausweis verwandelst, ist hier der komplette Guide basierend auf den aktuellen VZV-Richtlinien.

Kategorie A1: Erweckung der Sinne ab 15 Jahren

Die Unterkategorie A1 ist der zugänglichste Einstieg. Sie richtet sich an alle, die schon vor dem Stimmrechtsalter Asphaltluft schnuppern wollen. Die Schweiz macht hier jedoch einen feinen Unterschied, je nachdem, wie alt man bei der Anmeldung ist.

Ab 15 Jahren: Die Welt der "Leichten"

Mit vollendetem 15. Altersjahr kannst du den Ausweis für Kleinmotorräder erwerben. Wir sprechen hier von maximal 50 ccm Hubraum, einer auf 4 kW begrenzten Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h. Das ist die ideale Etappe, um das Gleichgewicht zu schulen, ohne Gefahr zu laufen, die Maschine beim ersten Gasstoss in den Orbit zu katapultieren.

Ab 16 Jahren: Die 125er-Marke

Ein Jahr später erweitert sich der Horizont. Du hast Zugang zu Motorrädern bis 125 ccm Hubraum und einer maximalen Leistung von 11 kW. Hier beginnt das ernsthafte Lernen. Beachte: Wenn du die Kategorie A1 über den alten "blauen Ausweis" erhalten hast, wird beim Umtausch in das Kreditkartenformat eine Beschränkung auf 45 km/h eingetragen.

Der Tipp für Autofahrer: Wenn du bereits den Führerausweis der Kategorie B besitzt, ist das Leben einfach. Du erhältst die Kategorie A1 nach absolvierter 12-stündiger praktischer Grundschulung (PGS), und zwar ganz ohne eine weitere praktische Prüfung ablegen zu müssen. Die perfekte Lösung, um das Auto gegen zwei Räder einzutauschen.

Kategorie A 35kW (beschränkt): Die Schule der Geduld

Seit dem 1. Januar 2021 ist dies der obligatorische Durchgang für alle, die eines Tages ein "grosses" Motorrad pilotieren wollen. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Wir sprechen von Maschinen mit maximal 35 kW Leistung und einem Leistungsgewicht von höchstens 0,20 kW/kg.

Der Lernfahrausweis für diese Kategorie ist zunächst 4 Monate gültig. Sobald du die 12 Stunden Grundschulung absolviert hast, verlängert sich die Gültigkeit um weitere 12 Monate. In dieser Zeit musst du deine Slalomtechnik und Notbremsungen verfeinern, um die praktische Prüfung (Manöver und Fahren) zu bestehen.

Wichtig: Wenn du die 12 Stunden Grundschulung bereits nach 2021 für eine andere Kategorie absolviert hast, bist du davon befreit. Die Stabilität des Schweizer Ausbildungssystems erlaubt heute eine unbegrenzte Gültigkeit dieser einmal erworbenen Grundschulung.

Kategorie A unbeschränkt: Der Schweizer Gral

Der Zugang zur Kategorie A unbeschränkt – die es erlaubt, jede Maschine ohne Leistungsbeschränkung zu fahren – ist heute ein Verdienst, den man sich über die Zeit erarbeitet. Wir sprechen nicht mehr vom Alter, sondern von Erfahrung.

Die Regel der zwei Jahre klagloser Fahrpraxis

Der Übergang zum unbeschränkten A-Ausweis hängt von deinem Datum des Erhalts der 35-kW-Kategorie ab. Wenn du die Kategorie A 35kW vor dem 01.01.2021 erworben hast (oder die Prüfung vor dem 30.06.2021 bestanden hast, nachdem der Lernfahrausweis noch 2020 beantragt wurde), wird die Beschränkung nach zwei Jahren klagloser Fahrpraxis auf einfaches Gesuch hin aufgehoben – ganz ohne praktische Prüfung.

Für Kandidaten, die ihr A 35kW nach dem 01.01.2021 erhalten haben, ändert sich das Prozedere: Nach zwei Jahren klagloser Fahrpraxis im Sinne von Art. 8 Abs. 6 VZV musst du einen neuen Lernfahrausweis beantragen und eine komplette praktische Prüfung (Manöver und Fahren) auf einem Motorrad der Kategorie A bestehen.

Besondere Ausnahmen: Bestimmte Berufe oder Ausbildungen, wie Motorradmechaniker EFZ oder Polizisten in Ausbildung, können unter strengen Bedingungen von dieser Leistungsbeschränkung befreit werden.

Der administrative Parcours: Ein gut markierter Weg

Bevor du deine Handschuhe anziehen und die Pässe stürmen kannst, musst du die Kästchen der Schweizer Verwaltung abhaken. Hier ist die empfohlene Reihenfolge:

  • Nothelferkurs: Obligatorisch (ausser du hast bereits den Ausweis B oder A1). Die Gültigkeit beträgt 6 Jahre.
  • Sehtest: Er darf nicht älter als 24 Monate sein und muss bei einem zertifizierten Optiker in der Schweiz durchgeführt werden. Gute Nachricht: Wenn du bereits einen gültigen Lernfahr- oder Führerausweis hast, musst du nicht noch einmal hinter das Messgerät.
  • Basistheorieprüfung: Erforderlich, wenn du noch keine andere Ausweiskategorie besitzt.
  • Verkehrskundekurs (VKU): 8 Stunden Theorie über die Gefahren im Strassenverkehr, obligatorisch für Neulenker.
  • Führerausweis auf Probe: Für Neulenker wird der Ausweis für eine Probezeit von drei Jahren ausgestellt. Im ersten Jahr musst du einen obligatorischen Weiterausbildungstag (WAB) absolvieren.

Gesundheit und Eignung: Was das SVSA prüft

Das Führen eines Motorrads erfordert volle körperliche Leistungsfähigkeit. Die Verkehrszulassungsverordnung (VZV) definiert präzise medizinische Mindestanforderungen, da ein Motorrad keine Unaufmerksamkeit oder Sehschwäche verzeiht.

Das Sehvermögen: Dein natürliches Radar

Für die Kategorien A und A1 muss die Sehschärfe 0,5 auf dem besseren und 0,2 auf dem schlechteren Auge betragen. Das horizontale Gesichtsfeld muss mindestens 120 Grad umfassen. Bei Einäugigkeit muss die Sehschärfe auf 0,6 steigen. Kurz gesagt: Wenn du einen Velofahrer mit einer Lichtreflexion verwechselst, wird dir der Optiker eine Brille verschreiben, bevor er dein Formular validiert.

Allgemeine Eignung und Substanzen

Es versteht sich von selbst, dass Abhängigkeit von Alkohol oder der Missbrauch von Betäubungsmitteln Ausschlusskriterien sind. Ebenso erfordern schwere psychiatrische Störungen oder neurologische Erkrankungen, die zu Bewusstseinsstörungen führen können (wie bestimmte nicht stabilisierte Epilepsien), ein Eignungszeugnis eines spezialisierten Arztes.

Die Ausrüstung für die Prüfung: Kein Platz für Improvisation

Am Tag der praktischen Prüfung wird der Experte nicht nur dein Fahren beurteilen. Er wird deine Ausrüstung genau unter die Lupe nehmen. In der Schweiz ist für die Prüfung eine spezifische Sicherheitsausrüstung obligatorisch. Dazu gehören:

  • Ein geprüfter Helm (Norm ECE 22.05 oder 22.06).
  • Motorradbekleidung mit Protektoren.
  • Schutzhandschuhe.
  • Motorradstiefel.

In Sneakers oder einer gewöhnlichen Freizeitjacke zu erscheinen, ist der sicherste Weg, dass die Prüfung abgebrochen wird, bevor du überhaupt den Ständer hochgeklappt hast. Bei Moto DegriffBike empfehlen wir, die Motorradausrüstung bereits vor der Prüfung zu kaufen, um sich daran zu gewöhnen. Nichts ist irritierender, als am Tag X die Steifheit neuer Stiefel zu entdecken, während man eine perfekte Acht im Schritttempo fahren soll.

Der Lernfahrausweis und die Lernfahrten

Sobald du den kostbaren Lernfahrausweis in der Tasche hast, darfst du auf öffentlichen Strassen üben. Beachte, dass es in der Schweiz nicht obligatorisch ist, von einer Begleitperson begleitet zu werden. Wenn du jedoch jemanden mitnimmst, muss diese Person zwingend im Besitz des entsprechenden Führerausweises der jeweiligen Kategorie sein.

Die Gültigkeit des Lernfahrausweises beträgt in der Regel 12 Monate (nach der PGS). Das ist wertvolle Zeit, um deine Reflexe in Automatismen zu verwandeln. Vergiss nicht, dass das Fahren mit dem "L" eine vorbildliche Fahrweise erfordert: Die Behörden haben ein Auge auf dich, und jeder Fehltritt könnte deinen Zugang zur nächsthöheren Leistungsklasse verzögern.

Fazit: Die Strasse wartet auf dich

Den Motorradführerschein in der Schweiz zu machen, ist eine Investition. Eine Investition in Zeit, Ausbildung und Ausrüstung. Aber sobald der Stempel "A" in deinem Ausweis steht, bekommen die Kurven im Wallis oder die Ufer des Genfersees eine ganz neue Dimension. Es ist der Zugang zu einer Gemeinschaft, zu einer Leidenschaft, die ebenso viel Disziplin wie Freude verlangt.

Egal, ob du gerade beim Sehtest stehst oder die Tage bis zum Ende deiner zwei Jahre mit 35 kW zählst: Vergiss nie, dass deine Sicherheit von deiner Ausbildung und deinem Schutz abhängt. Bereit für den Schritt? Besuche uns an der Route des Acacias 20 in Genf. Ob für deine erste Schutzausrüstung oder einfach, um über deine bevorstehende Prüfung zu fachsimpeln – das Team von Moto DegriffBike begleitet dich vom blauen "L" bis zur unbeschränkten Freiheit.

Geschrieben in: Home, Actualités

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